{"id":18,"date":"2014-02-12T12:17:20","date_gmt":"2014-02-12T12:17:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hilfeundhoffnung.at\/?page_id=18"},"modified":"2019-07-19T17:43:37","modified_gmt":"2019-07-19T17:43:37","slug":"home","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.hilfeundhoffnung.at\/?page_id=18","title":{"rendered":"Der Verein"},"content":{"rendered":"<p><strong>Geschichte des Vereins<\/strong><\/p>\n<p>Aufgewachsen in Finnland in einer protestantischen Pastorenfamilie, erlebte Eeva Huber-Huber, die Gr\u00fcnderin des Vereins \u201eHILFE und HOFFNUNG&#8221;, in den Nachkriegsjahren die Rationierung der Lebensmittel. Unter dem Motto \u201e Was du von dir weg gibst, wird dir nicht fehlen&#8221; unterst\u00fctzten ihre Eltern Bed\u00fcrftige unterschiedlichster Herkunft mit Essen und Kleidung. Zu ihrer Erziehung geh\u00f6rte von Klein auf Achtung und W\u00fcrde gegen\u00fcber dem Judentum und Information \u00fcber die Nazibarbarei.<\/p>\n<p>Als sie nach \u00d6sterreich \u00fcbersiedelte, war sie ersch\u00fcttert \u00fcber die mangelnde Information und Gespr\u00e4chsbereitschaft der Bev\u00f6lkerung zu diesem Thema. Die Konsequenz, die sich daraus f\u00fcr sie ergab, war: \u201eDas Geschehene kann man nicht ungeschehen machen. Was bleibt, ist davon zu sprechen und nie zu vergessen.&#8221; Als Folge stellte sie sich die Frage, wo in der Gegenwart noch Juden leben, die Unterst\u00fctzung br\u00e4uchten.<\/p>\n<p>Bald danach, Anfang der 8Oer-Jahre, wurde sie auf die sehr schwierige Situation der Juden in der Sowjetunion aufmerksam, die oft aufgrund ihres Ausreisewunsches ihre Arbeit verloren hatten und in gro\u00dfer Armut lebten. Dies war der Beginn von Eevas Reiset\u00e4tigkeit. Sie brachte ihnen Lebensmittel, Geld und Literatur f\u00fcr Religions- und Hebr\u00e4ischunterricht, oft unter Gefahr f\u00fcr sich selbst. Ende 1986, als Juden die Ausreise aus der Sowjetunion gestattet wurde, richtete sie mit Hilfe von finnischen Freunden in der urspr\u00fcnglich als Lagerraum f\u00fcr die Hilfsg\u00fcter genutzten Wohnung in der Sch\u00fcttelstra\u00dfe ein Fl\u00fcchtlingszentrum ein. Es kamen jeden Tag hunderte von Menschen. Die Ersten bereits um 7:00 Uhr in der Fr\u00fch, die Letzten gingen um 22:00 Uhr. Es gab Unterricht f\u00fcr Kinder, Vortr\u00e4ge f\u00fcr Erwachsene, \u00c4rzte, Fris\u00f6r, Essen, Kleiderverteilung, Konzerte und Filmabende. Auch wurden hier die j\u00fcdischen Feste gefeiert. Unterst\u00fctzt wurde sie haupts\u00e4chlich von ihrem Mann Berti und ihren Kindern Tamara und Samuel. Dazu kamen ehrenamtliche Helfer, gro\u00dfteils aus Finnland. In den f\u00fcnf Jahren dieser T\u00e4tigkeit wurden etwa 60.000 Menschen sowohl im Zentrum als auch in ihren Unterk\u00fcnften betreut. Auch die bereits nach Israel Eingewanderten wurden bis in die 90er-Jahre unterst\u00fctzt, indem Hunderte Kilos Kleidung und andere Hilfsg\u00fcter nach Israel geschickt wurden.<\/p>\n<p>Ein Durchgangslager in Budapest wurde ebenfalls mit Hilfstransporten versorgt. HILFE und HOFFNUNG \u00fcberbrachte Betten und Bettw\u00e4sche, f\u00fcr Kinder Anoraks und Spielsachen und f\u00fcr Familien Haushaltspakete mit Kocht\u00f6pfen, Bettw\u00e4sche und Hygieneartikeln f\u00fcr den Neubeginn in Israel. W\u00e4hrend der zwei Jahre wanderten 160.000 Sowjetjuden \u00fcber Budapest nach Israel aus, dann wurde das Lager geschlossen.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend des Waldheim-Wahlkampfs in den 1980-er Jahren arbeitete Eeva Huber-Huber als Journalistin f\u00fcr die finnische Presse. Sie wurde Zeugin des wieder erstarkenden Antisemitismus und erkannte, dass die Unkenntnis der Menschen \u00fcber das Judentum und dessen Beitrag zum kulturellen Erbe Osterreichs ein Grund daf\u00fcr war. Dies war f\u00fcr sie Anlass und Motivation, den christlich-j\u00fcdischen Dialog in ihre Arbeit zu integrieren.<\/p>\n<p>Nach der Revolution in Rum\u00e4nien organisierten Eeva und Berti Huber-Huber zu Beginn des Jahres 1990 den ersten Hilfstransport f\u00fcr die j\u00fcdische Gemeinde in Oradea. Seit damals fuhren sie, anfangs monatlich, sp\u00e4ter 5-6 Mal pro Jahr nach Rum\u00e4nien und unterst\u00fctzten 18 j\u00fcdische Gemeinden mit Lebensmitteln, Medikamenten, medizinischen Hilfsmitteln und Kleidung. Auch waren sie bem\u00fcht, dem Verfall der noch vorhandenen Synagogen entgegen zu wirken. Die Anzahl und Pracht der heute in Rum\u00e4nien noch existierenden Tempel ist einzigartig in Europa.<\/p>\n<p>Ab 1992 fuhren sie auch in die Ukraine, wo sie die Gemeinden von Czernowitz und Mukatschewo betreuten. W\u00e4hrend des Balkankonflikts brachten sie 26 Hilfstransporte zuerst \u00fcber Belgrad und sp\u00e4ter \u00fcber Split nach Sarajevo.<\/p>\n<p>Im Mai 2007 erhielt Eeva Huber-Huber aufgrund eines Vorschlages des damaligen Staatsoperndirektors loan Holender, der aus der rum\u00e4nischen Stadt Timisoara stammt, das Goldene Ehrenzeichen f\u00fcr Verdienste um die Republik \u00d6sterreich verliehen.<\/p>\n<p>Jede Reise war eine Bereicherung f\u00fcr das eigene Leben des Ehepaares Huber-Huber. Oft berichteten sie von Menschen in Rum\u00e4nien, die den Holocaust \u00fcberlebt und w\u00e4hrend der Ceausescu-Zeit viel gelitten hatten und doch lebensbejahend und humorvoll geblieben sind. Gerne und mit viel Freude verweilten Eeva und Bertie in deren Welt.<\/p>\n<p>Eeva-Elisheva und Berti Huber-Huber sind am 18.April 2008 bei einem Autounfall in Rum\u00e4nien t\u00f6dlich verungl\u00fcckt. Der HILFE und HOFFNUNG Bus wurde von einem entgegenkommenden, gerade \u00fcberholenden Fahrzeug frontal gerammt. Eeva und Berti waren auf dem Weg nach Tirgu Mures, wo sie im j\u00fcdischen Gemeindezentrum den Sederabend verbringen wollten. Diese Gemeinde war eine der zahlreichen j\u00fcdischen Gemeinden, die sie seit vielen Jahren mit ihren Hilfstransporten unterst\u00fctzt haben.<\/p>\n<p>Wir bei HILFE und HOFFNUNG sind \u00fcberzeugt, dass es in ihrem Sinn ist, dass die Arbeit weitergeht. Wir sind stolz darauf, in die Fu\u00dfstapfen so gro\u00dfer Vorbilder treten zu d\u00fcrfen.<\/p>\n<p>Vielen Dank f\u00fcr jede Spende.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p class=\"excerpt\">Geschichte des Vereins Aufgewachsen in Finnland in einer protestantischen Pastorenfamilie, erlebte Eeva Huber-Huber, die Gr\u00fcnderin des Vereins \u201eHILFE und HOFFNUNG&#8221;, in den Nachkriegsjahren die Rationierung der Lebensmittel. Unter dem Motto \u201e Was du von dir weg gibst, wird dir nicht fehlen&#8221; unterst\u00fctzten ihre Eltern Bed\u00fcrftige unterschiedlichster Herkunft mit Essen und Kleidung. 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